MehrWERT-Kunstpreise 2017 an Karl Salzmann & Nika Kupyrova

Wir gratulieren unseren AbsolventInnen

16. Mai 2017


Die Erste Bank vergibt die MehrWERT-Kunstpreise 2017 an die Künstler/innen Karl Salzmann und Nika Kupyrova, beide haben an der Universität für Angewandte Kunst Wien studiert. Karl Salzmann lehrt in der Abteilung Art&Science.
Zum zweiten Mal vergibt die Erste Bank die MehrWERT-Kunstpreise an jene Künstler/innen, die bereits im weissen haus gezeigt wurden oder am Atelier- und Residence-Programm von studio das weisse haus teilgenommen haben. Diese Auszeichnungen wurden mit dem Ziel ins Leben gerufen, aufstrebende künstlerische Position zu fördern.

Konkret handelt es sich um zwei Auszeichnungen: Der mit 3.000 Euro dotierter MehrWERT-Kunstpreis beinhaltet einen einmonatigen Aufenthalt in New York als Phase der Inspiration und zur Erweiterung des eigenen Netzwerks, eine Präsentation im dort ansässigen österreichischen Kulturforum von 28. Juni bis 03. September 2017 sowie Reisekosten und einen finanziellen Zuschuss. Die Realisierung dieser Auszeichnung findet in Zusammenarbeit mit studio das weisse haus und dem Austrian Cultural Forum New York statt. Ein weiterer MehrWERT-Kunstpreis in der Höhe von 1.500 Euro ist mit einer Einzelausstellung im weissen haus – voraussichtlich im Winter 2017/2018 – verbunden. Die Betreuung und Umsetzung dieser Präsentation wird ausschließlich von das weisse haus verantwortet.

Die Vergabe erfolgte im Rahmen eines zweistufigen Wettbewerbs. In der ersten Runde wurde die Qualität der künstlerischen Arbeit beurteilt und 20 Kandidat/innen eingeladen, ein Konzept für eine Präsentation im Austrian Cultural Forum zu entwickeln. Diese Projektvorschläge wurden in einem weiteren Auswahlverfahren juriert.

Jurymitglieder
Verena Gamper (Kuratorin Kunsthalle Krems)
Christine Haupt-Stummer (Geschäftsführerin section.a)
Manisha Jothady (Kunstkritikerin)
Alexandra Grausam (Leiterin das weisse haus und studio das weisse haus)

Moderation
Ruth Goubran (Leiterin MehrWERT Sponsoringprogramm der Erste Bank)
Katja Stecher (Projektkoordinatorin studio das weisse haus)

Preisträger/Innen 2017

Karl Salzmann

Jurybegründung
Die Jury hat sich für Karl Salzmann und sein Ausstellungskonzept entschieden, das unter dem Titel Monopulism eine aus mehreren Komponenten bestehende, performative
(Sound-)Installation vorsieht. Überzeugt hat die Bezugnahme der Installation auf die politische Gegenwart, eingelöst durch die bestechende metaphorische Qualität der einzelnen Versatzstücke.

Im fensterlosen Ausstellungsraum wird durch die mittige Positionierung des Lautsprechermonuments das Bild einer totalitären, auf eine Stimme ausgerichteten Gesellschaftsstruktur aufgerufen. Die Bar am Eingang fungiert als Metapher für seichtes
Geplänkel wie für Verdrängung, während sich zwei Staubsaugerroboter den Raum
servicierend unterordnen. Zerstörte Mikrofone stehen sinnbildlich für das Verstummen von
Gegenstimmen und die Klänge von David Hasselhoffs Looking for Freedom muten wie der
weit in die Ferne gerückte Amerikanische Traum an. Auch das vermeintlich Schöne von
Salzmanns Bildwerken mit dem Titel Detonation entpuppt sich im Kontext der
Gesamtinstallation als unmittelbar bedrohende Kraft.
In postfaktischen Gegenwart der USA erhält Karl Salzmanns (Sound-)Installation eine
besondere Relevanz. Darüber hinaus ist sie jedoch generell ein starkes Statement zu den
Themen Machtmissbrauch, Manipulation und Repression.

Nika Kupyrova

Jurybegründung
Auf Empfehlung der Jury wird der mit 1.500 Euro und mit einer Einzelausstellung im weissen
haus dotierte Erste Bank MehrWERT-Kunstpreis an Nika Kupyrova vergeben. Die für New
York formulierte Auseinandersetzung mit Gesten/dem Gestischen kann mit Sicherheit in
überzeugender Weise auch auf die räumliche Situation im weissen haus hin entwickelt
werden. Der Horizont des Gestischen reicht von Kinderspielen über das Kneten von Teig bis
zum Beschwören von Kristallkugeln und damit von unschuldig-ritualisierten über funktionale
bis hin zu manipulativen Handlungen und ist auch gerade in unserer DIY-Gegenwart mit
Heilsversprechen wie mit reaktionärem Eskapismus verbunden.

Artist’s Statement

Karl Salzmann
geboren 1979 in Bludenz (Vorarlberg), lebt und arbeitet in Wien

In meinen Arbeiten sind Klang und/oder Geräusch immer vorhanden – als Werkzeug, um
Räume und Formen zu gestalten; als Sprache, um Dinge zu beschreiben; als
Forschungsgegenstand, um menschliche Wahrnehmung aber auch soziale und kulturelle
Gegebenheiten zu untersuchen; und als Instrument, um in die uns umgebenden, fragilen
Materialien und Körper – nicht nur metaphorisch – einzudringen und diese zu beeinflussen.

Ausstellungen im weissen haus
digital frictions, 2013 (Gruppenausstellung)

Nika Kupyrova
geboren 1985 in Kiev (Ukraine), lebt und arbeitet in Wien und Prag

Als Künstlerin lenke ich meinen Arbeitsprozess durch die Aneignung vorgefundener Texte,
Konzepte und Phänomene der Popkultur. Die daraus resultierenden selbstreflexiven,
mehrschichtigen Skulpturen versuchen eine Brücke zu schlagen zwischen textuellen und
visuellen Sprachen und untersuchen Gesten der Dreidimensionalität, Reproduktion wie auch
den Begriff des Originals.

Ausstellungen im weissen haus
Rethinking, 2016 (Gruppenausstellung)
die weisse ab-haus-verkaufs-kunstschau #4, 2015 (Gruppenausstellung)
Projektraum 2009
Erste Bank MehrWERT-Kunstpreise 2017