LEITUNG
Univ.-Ass. Mag. Lisa Gräber
Univ.-Ass. Mag. Susanne Sandner
Mit der im Jahr 2000 erfolgten Einführung des Fachbereiches Stein wird endlich dem akuten Bedarf an hochqualifizierten Steinrestauratoren Rechnung getragen. Die Ausbildung ist schwerpunktmäflig der Bestandserhaltung, dem Schutz und der Pflege von Naturstein in Skulptur und Architektur gewidmet.
Der Studienplan sieht ein zehnsemestriges Diplomstudium vor, das in 2 Abschnitte gegliedert ist. Der erste Abschnitt umfasst 2 Semester und versteht sich als Einführung in die allgemeine Konservierungs- und Restaurierungspraxis. Von Beginn an wird in allen Fachbereichen an Originalen gearbeitet. Die Gesamtheit der oftmals komplizierten Fragestellungen, die jede Restaurierung mit sich bringt, kann so methodisch vermittelt werden.
In den theoretischen Lehrveranstaltungen des ersten Abschnitts werden fachbereichübergreifend naturwissenschaftliche, materialkundliche und kunstgeschichtliche Grundkenntnisse vermittelt. Theorie und Praxis der vorbeugenden Konservierung sowie Grundkurse in historischen Handwerks- und Maltechniken ergänzen das Unterrichtsprogramm.
Der zweite Studienabschnitt versteht sich als Vertiefung der
natur-, material- und geisteswissenschaftlichen Kenntnisse, aber auch der handwerklichen Fähigkeiten. Die Theorie und Praxis der Konservierung von Naturstein in Skulptur und Architektur, aber auch die Fassungsproblematik sehen sich als Schwerpunkte der Ausbildung. Kunststein, Ziegel und Terrakotta sowie die Grundproblematik von Stuck und Putz im architektonischen Verband müssen ebenso behandelt werden.
Die Beschäftigung mit zeitgemäßen Methoden der Konservierung sowie der fachgerechte Einsatz von Konservierungsmaterialien und deren kritische Bewertung sind wichtige Themen von praxisbezogenen Seminaren. Die Schulung in Steinbearbeitung und relevanten historischen Handwerktechniken ergänzen die Ausbildung. Bestandserhaltung, Schutz- und Pflegeprogramme für die Baudenkmalpflege werden in Zukunft vordringliche Aufgaben sein
Das fünfte und letzte Jahr ist der Diplomarbeit gewidmet, wobei die Studierenden möglichst selbständig ein komplexes konservatorisch-restauratorisches Problem in seiner Gesamtheit zu lösen haben. Die Diplomarbeit umfaßt eine umfangreiche praktische Arbeit, kunsthistorische und naturwissenschaftliche Untersuchungen und wird durch eine schriftliche und fotografische Dokumentation ergänzt, die auch die Bearbeitung eines eingegrenzten Forschungsprojektes (technologisch-naturwissenschaftlich-kunsthistorisch) beinhalten kann.
Für den derzeitigen Auf- und Ausbau der Steinrestaurierung hat das Bundesdenkmalamt Räumlichkeiten in seinen Restaurierwerkstätten im Arsenal zur Verfügung gestellt (Objekt 15, Tor 4, 1030 Wien).
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