Angewandtes Kulturerbe digital: Großer Bestand an künstlerischen und wissenschaftlichen Objekten digitalisiert

29. Oktober 2026
Mit Sommer 2026 hat die Angewandte das vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport geförderte Projekt Angewandtes Kulturerbe digital abgeschlossen. Digitalisiert wurden ca. 36.300 visuelle und textuelle Objekte dreier Teilprojekte aus den Beständen von Kunstsammlung und Archiv, Weibel Institut für digitale Kulturen, sowie Venedig Biennale Archiv Austria/Institut für Architektur auf Kulturpool.
Kulturpool ist das zentrale Vernetzungs- und Suchportal für das digitalisierte Kulturerbe Österreichs. Kunstinstitutionen können auf kulturpool.at ihre digitalisierten Bestände, Forschungsdaten und Sammlungen für Nutzer*innen niederschwellig zugänglich machen. Im Teilprojekt Pionierin als Architektin, Wegbereiterin der Frauenrechte und Heldin im Widerstand. Das Kulturerbe der Margarete Schütte-Lihotzky wurde der berufliche Nachlass von Margarete Schütte-Lihotzky umfassend tiefenerschlossen und digitalisiert. Dabei wurden mehr als 33.000 Digitalisate erstellt und 10.000 Objektdatensätze aufbereitet. Nominierte Bestände sind über den Kulturpool, die Online-Datenbank von Kunstsammlung und Archiv sowie den Österreichischen Verbundkatalog zugänglich.

Das Projekt Weibel Online umfasste mit der Digitalisierung die Erschließung und Zusammenführung unterschiedlicher Bestände sowie die Zugänglichkeit von Peter Weibels Schaffen und dessen Verknüpfung und Kontextualisierung an der Angewandten. Die digitalisierten Arbeiten Weibels stammen aus dem Weibel-Vorlass und einer Sammlung des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe (ZKM). Integriert wurden wissenschaftliche Präsentationen und Vorträge des Weibel Instituts für digitale Kulturen; insgesamt ca. 3.500 Objekte. 

Im Vorhaben Kulturerbe Biennale Venedig | Spatializing Cultural Assets wurde der Österreichische  Pavillon, ein architektonisches Meisterwerk von Joseph Hoffman, durch moderne Digitalisierungs-  und XR-Technologien umfassend gescannt. Ergebnis sind zwei Raumscans, die den Pavillon im Leerzustand sowie die Beiträge der Architekturbiennale 2025 zeigen und als zwei räumlich erlebbare digitale Archive dokumentiert sind. Dadurch werden die Arbeiten, Werke und Exponate der vergangenen Kunstbiennalen von Venedig von der Angewandten archiviert und gehostet.  
 
Dadurch dass Rahmenbedingungen für die qualitative Datenaufbereitung, langfristige Sicherung, Sichtbarmachung, Auffindbarkeit und breite Zugänglichkeit von Kunst und kulturellem Erbe  geschaffen wurden, trägt Angewandtes Kulturerbe digital zur nachhaltigen Verankerung  zeitgenössischer Kunst in der Gesellschaft bei. Gleichzeitig fördert Digitalisierung von Nachlässen Gleichstellung, indem sie gezielt unterrepräsentierte Akteur*innen sichtbar macht, digitale Zugänge schafft, Barrieren abbaut und neue Teilhabeformen ermöglicht. Schließlich profitiert die internationale Forschung von elektronischer Archivierung und der Erprobung neuer Technologien. Darüber hinaus versteht die Angewandte Datensicherung und Langzeitarchivierung als Ausgangspunkt, um archivarische Wandlungspotenziale und -prozesse zu untersuchen, die über dokumentarische Zwecke hinausgehen, indem sie archivische Konventionen infrage stellen. Im Rahmen der 61. Kunstbiennale in Venedig wurde die Vision von Langzeitarchivierung der Universität in der Panel Discussion Performing the Archive – The Future of Artistic Archives vorgestellt. Bei der von der Angewandten initiierten Veranstaltung wurden Forschungsfragen zur Manifestation von Erinnerungskultur, insbesondere zu kuratorischen Settings und performativen wie auch ephemeren künstlerischen Praktiken mit externen Expert*innen diskutiert.