Mit Sommer 2026 hat die Angewandte das vom Bundesministerium für Wohnen, Kunst,
Kultur, Medien und Sport geförderte Projekt Angewandtes Kulturerbe digital abgeschlossen. Digitalisiert wurden ca.
36.300 visuelle und textuelle Objekte dreier Teilprojekte aus den Beständen von Kunstsammlung und Archiv, Weibel Institut
für digitale Kulturen, sowie Venedig Biennale Archiv Austria/Institut für Architektur auf Kulturpool.
Kulturpool ist das zentrale Vernetzungs- und Suchportal für das digitalisierte Kulturerbe Österreichs.
Kunstinstitutionen können auf kulturpool.at ihre digitalisierten Bestände, Forschungsdaten und Sammlungen für Nutzer*innen
niederschwellig zugänglich machen. Im Teilprojekt
Pionierin als Architektin, Wegbereiterin der Frauenrechte und Heldin
im Widerstand. Das Kulturerbe der Margarete Schütte-Lihotzky wurde der berufliche Nachlass von Margarete Schütte-Lihotzky
umfassend tiefenerschlossen und digitalisiert. Dabei wurden mehr als 33.000 Digitalisate erstellt und 10.000 Objektdatensätze
aufbereitet. Nominierte Bestände sind über den Kulturpool, die Online-Datenbank von Kunstsammlung und Archiv sowie den Österreichischen
Verbundkatalog zugänglich.
Das Projekt
Weibel Online umfasste mit der Digitalisierung die Erschließung
und Zusammenführung unterschiedlicher Bestände sowie die Zugänglichkeit von Peter Weibels Schaffen und dessen Verknüpfung
und Kontextualisierung an der Angewandten. Die digitalisierten Arbeiten Weibels stammen aus dem Weibel-Vorlass und einer Sammlung
des Zentrums für Kunst und Medien in Karlsruhe (ZKM). Integriert wurden wissenschaftliche Präsentationen und Vorträge des
Weibel Instituts für digitale Kulturen; insgesamt ca. 3.500 Objekte.
Im Vorhaben Kulturerbe Biennale
Venedig | Spatializing Cultural Assets wurde der Österreichische Pavillon, ein architektonisches Meisterwerk von
Joseph Hoffman, durch moderne Digitalisierungs- und XR-Technologien umfassend gescannt. Ergebnis sind zwei Raumscans,
die den Pavillon im Leerzustand sowie die Beiträge der Architekturbiennale 2025 zeigen und als zwei räumlich erlebbare digitale
Archive dokumentiert sind. Dadurch werden die Arbeiten, Werke und Exponate der vergangenen Kunstbiennalen von Venedig von
der Angewandten archiviert und gehostet.
Dadurch dass Rahmenbedingungen für die qualitative
Datenaufbereitung, langfristige Sicherung, Sichtbarmachung, Auffindbarkeit und breite Zugänglichkeit von Kunst und kulturellem
Erbe geschaffen wurden, trägt Angewandtes Kulturerbe digital zur nachhaltigen Verankerung zeitgenössischer
Kunst in der Gesellschaft bei. Gleichzeitig fördert Digitalisierung von Nachlässen Gleichstellung, indem sie gezielt unterrepräsentierte
Akteur*innen sichtbar macht, digitale Zugänge schafft, Barrieren abbaut und neue Teilhabeformen ermöglicht. Schließlich profitiert
die internationale Forschung von elektronischer Archivierung und der Erprobung neuer Technologien. Darüber hinaus versteht
die Angewandte Datensicherung und Langzeitarchivierung als Ausgangspunkt, um archivarische Wandlungspotenziale und -prozesse
zu untersuchen, die über dokumentarische Zwecke hinausgehen, indem sie archivische Konventionen infrage stellen. Im Rahmen
der 61. Kunstbiennale in Venedig wurde die Vision von Langzeitarchivierung der Universität in der Panel Discussion Performing
the Archive – The Future of Artistic Archives vorgestellt. Bei der von der Angewandten initiierten Veranstaltung wurden
Forschungsfragen zur Manifestation von Erinnerungskultur, insbesondere zu kuratorischen Settings und performativen wie auch
ephemeren künstlerischen Praktiken mit externen Expert*innen diskutiert.